Richtfunk Franken

Richtfunk oder Glasfaser?

Beide haben ihren Platz. Die Frage ist nicht, was besser ist, sondern was an Ihrem Standort verfügbar und verhältnismäßig ist.

Kurz gefasst

Glasfaser ist bei verfügbarem Anschluss die technisch überlegene Lösung: unbegrenzt skalierbar, wetterunabhängig, keine Sichtverbindung nötig. Richtfunk gewinnt dort, wo kein Anschluss liegt und Tiefbau Jahre dauern oder unverhältnismäßig teuer wäre — und als physisch getrennter zweiter Weg neben einem bestehenden Kabelanschluss. Bis zu 1 Gbit/s symmetrisch sind per Funk erreichbar, was für die meisten Anwendungen ausreicht.

Wo Glasfaser klar vorne liegt

Das gehört zu einer ehrlichen Beratung: Wenn ein Glasfaseranschluss verfügbar ist oder in absehbarer Zeit gebaut wird, ist er in aller Regel die bessere Wahl.

  • Keine Sichtverbindung nötig — Topografie und Bewuchs sind egal.
  • Kein Wettereinfluss.
  • Nach oben offen — dieselbe Faser trägt später ein Vielfaches, ohne dass etwas am Weg geändert wird.
  • Keine Antennenmontage am Gebäude.

Wo Richtfunk gewinnt

  • Verfügbarkeit. Die Strecke steht, sobald montiert ist. Kein Bauzeitplan, keine Grabungsgenehmigung.
  • Kein Tiefbau. Der teuerste und langwierigste Teil eines Kabelanschlusses entfällt komplett.
  • Rückbaubar und versetzbar. Für Interimsstandorte und Baustellen ist das der entscheidende Punkt.
  • Physisch getrennter zweiter Weg. Als Redundanz neben einem Kabelanschluss ist Funk gerade deshalb wertvoll, weil er nicht im selben Graben liegt.
  • Verhältnismäßigkeit. Für einen einzelnen Hof außerhalb der Ortslage steht der Grabungsaufwand oft außer Verhältnis zum Nutzen.

Der Vergleich in Kürze

RichtfunkGlasfaser
BereitstellungTageMonate bis Jahre
Tiefbauneinja
Sichtverbindungerforderlichnicht erforderlich
Bandbreitebis 1 Gbit/s symmetrischnach oben offen
Wettereinflussgering, aber vorhandenkeiner
Rückbaubarjanein

Die ehrliche Zusammenfassung: Wo Glasfaser liegt, nehmen Sie Glasfaser. Wo keine liegt und keine kommt, ist Funk keine Notlösung, sondern die passende Technik.

Und was ist mit Mobilfunk oder Satellit?

Mobilfunk (LTE/5G) teilt sich die Zelle mit allen anderen in der Umgebung. Abends, wenn alle zuhause sind, merkt man das. Für feste Standorte mit planbarem Bedarf ist eine dedizierte Funkstrecke berechenbarer.

Satellit funktioniert praktisch überall, hat aber physikalisch bedingt eine höhere Latenz — bei geostationären Systemen deutlich spürbar. Für Videotelefonie, Fernwartung und Spiele ist eine terrestrische Funkstrecke die klar bessere Wahl.

Häufige Fragen

Ist Richtfunk langsamer als Glasfaser?

In der erreichbaren Höchstbandbreite ja, denn Glasfaser ist nach oben offen. In der Praxis liefert Richtfunk bis zu 1 Gbit/s symmetrisch, was für die allermeisten geschäftlichen und privaten Anwendungen ausreicht.

Wann sollte ich Glasfaser nehmen statt Richtfunk?

Immer dann, wenn ein Anschluss verfügbar ist oder in absehbarer Zeit gebaut wird. Richtfunk ist für Standorte gedacht, an denen das nicht der Fall ist, sowie als physisch getrennter zweiter Weg.

Kann man Richtfunk und Glasfaser kombinieren?

Ja, das ist ein häufiger Aufbau. Der Kabelanschluss trägt den Regelbetrieb, die Funkstrecke dient als redundanter Weg. Weil beide physisch getrennt verlaufen, führt eine Kabelbeschädigung nicht zum Totalausfall.

Weitere Themen

Nächster Schritt

Für eine Machbarkeitsprüfung genügt die Adresse des Standorts. Wir prüfen Sichtverbindung und Höhenprofil und melden zurück, ob und mit welcher Bandbreite eine Anbindung möglich ist.