Richtfunk Franken

Was ist Richtfunk?

Eine gebündelte Funkverbindung zwischen zwei festen Punkten — technisch näher am Kabel als am WLAN.

Kurz gefasst

Richtfunk ist eine drahtlose Verbindung zwischen zwei fest montierten Antennen, die ihre Sendeleistung eng bündeln statt in alle Richtungen abzustrahlen. Dadurch entsteht eine stabile Punkt-zu-Punkt-Strecke, die sich für das angeschlossene Netzwerk verhält wie ein Kabel. Übertragen werden heute bis zu 1 Gbit/s symmetrisch; Voraussetzung ist eine freie Sichtverbindung zwischen beiden Endpunkten.

Der Unterschied zum WLAN

Ein WLAN-Router strahlt möglichst gleichmäßig in alle Richtungen ab, damit Geräte überall in der Wohnung Empfang haben. Richtfunk macht das Gegenteil: Die Antenne bündelt die Energie in einen engen Kegel, oft nur wenige Grad breit.

Daraus folgen drei Eigenschaften:

  • Reichweite. Dieselbe Sendeleistung trägt gebündelt viele Kilometer statt durch zwei Wände.
  • Störfestigkeit. Was außerhalb des Kegels funkt, stört kaum.
  • Ausrichtung ist Pflicht. Beide Antennen müssen aufeinander eingemessen werden. Eine verdrehte Antenne ist eine tote Strecke.

Punkt-zu-Punkt und Punkt-zu-Mehrpunkt

Punkt-zu-Punkt (PtP) verbindet genau zwei Standorte. Die volle Bandbreite steht dieser einen Strecke zur Verfügung. Typisch für Standortkopplung und Anschlüsse mit festem Bandbreitenbedarf.

Punkt-zu-Mehrpunkt (PtMP) arbeitet mit einer Basisstation, die einen Sektor abdeckt, und mehreren Teilnehmerantennen darin. Wirtschaftlich für Gewerbegebiete und Ortslagen, weil ein Standort viele Anschlüsse trägt. Die Bandbreite teilen sich die Teilnehmer nach Zuteilung.

Frequenzen und was sie bedeuten

  • 5 GHz — lizenzfrei nutzbar, geteiltes Spektrum. Günstig, aber anfällig für Störer in dicht genutzten Lagen.
  • 11, 18, 23 GHz — lizenziert. Die Frequenz wird für die Strecke zugeteilt und ist damit störungsfrei. Der Regelfall für Geschäftsanbindungen.
  • 60 und 80 GHz (E-Band) — sehr hohe Bandbreiten bis in den Gigabitbereich, dafür kurze Reichweiten und stärkere Regendämpfung.

Je höher die Frequenz, desto mehr Bandbreite und desto kürzer die überbrückbare Strecke. Die Wahl ist immer ein Abwägen zwischen Entfernung, Bandbreite und Störumfeld.

Die Sichtverbindung ist die harte Bedingung

Entscheidend ist nicht die Luftlinie, sondern ob der Weg frei ist. Und zwar nicht nur optisch: Der Funkstrahl braucht auch seitlich Platz — die sogenannte Fresnelzone, ein Ellipsoid um die direkte Linie. Ist die zur Hälfte von einem Hügel oder Baumwipfel verdeckt, bricht die Leistung ein, obwohl man die Gegenstelle noch sieht.

Deshalb gehört zu jeder Planung ein Höhenprofil, nicht nur eine Kartenmessung. Und deshalb sind Bäume der häufigste Hinderungsgrund: Sie wachsen in die Zone hinein.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Richtfunk und WLAN?

WLAN strahlt rundum ab, um Geräte in der Umgebung zu versorgen. Richtfunk bündelt die Sendeleistung in einen engen Kegel zwischen zwei fest ausgerichteten Antennen. Dadurch sind Reichweiten von mehreren Kilometern und stabile, störungsarme Verbindungen möglich.

Wie weit reicht eine Richtfunkstrecke?

Das hängt von Frequenz, Antennengröße und Sichtverbindung ab. Lizenzfreie 5-GHz-Strecken werden typisch bis etwa 15 Kilometer eingesetzt, lizenzierte Bänder für längere Distanzen, sehr hohe Frequenzbänder wie 80 GHz nur über wenige Kilometer, dafür mit Gigabit-Bandbreite.

Was ist die Fresnelzone?

Ein ellipsenförmiger Raum um die direkte Sichtlinie zwischen zwei Antennen. Auch wenn optisch freie Sicht besteht, muss dieser Bereich weitgehend frei von Hindernissen sein, sonst sinkt die übertragbare Leistung deutlich.

Weitere Themen

Nächster Schritt

Für eine Machbarkeitsprüfung genügt die Adresse des Standorts. Wir prüfen Sichtverbindung und Höhenprofil und melden zurück, ob und mit welcher Bandbreite eine Anbindung möglich ist.