Richtfunk Franken

Wann ist ein Standort per Funk erreichbar?

Die Entfernung ist selten das Problem. Der Blick zum Horizont schon eher.

Kurz gefasst

Ein Standort ist per Richtfunk erreichbar, wenn zwischen ihm und einem Funkstandort eine freie Sichtverbindung besteht — und zwar nicht nur optisch, sondern mit ausreichend Abstand zu Hindernissen seitlich der Linie. Geprüft wird das anhand von Koordinaten und Höhenprofil, bei Bedarf ergänzt durch eine Messung vor Ort. Entfernungen bis etwa 25 Kilometer sind bei freier Sicht üblich.

Was geprüft wird

  1. Höhenprofil zwischen beiden Punkten. Liegt ein Bergrücken dazwischen, ist die Strecke unabhängig von der Entfernung nicht realisierbar — es sei denn, über einen Zwischenstandort.
  2. Bewuchs in der Achse. Wald ist das häufigste Hindernis. Zu bedenken ist auch das Wachstum der nächsten Jahre.
  3. Bebauung. Ein Neubau im falschen Winkel kann eine Strecke nachträglich unbrauchbar machen.
  4. Montagehöhe. Oft entscheidet ein Meter mehr am Giebel über Machbarkeit oder Absage.
  5. Störumfeld im gewählten Frequenzband.

Warum optische Sicht nicht genügt

Eine Funkstrecke braucht mehr Platz als eine gerade Linie. Um die direkte Verbindung liegt die Fresnelzone, ein ellipsoider Raum, dessen Durchmesser mit der Streckenlänge wächst und mit der Frequenz sinkt.

Bei einer 10-Kilometer-Strecke im 5-GHz-Band ist diese Zone in der Mitte über zehn Meter breit. Ein Baumwipfel, der die Sichtlinie knapp verfehlt, ragt trotzdem hinein und kostet Leistung.

Faustregel aus der Praxis: Wer die Gegenstelle mit dem Fernglas gerade so sieht, hat noch keine tragfähige Strecke.

Was Sie für eine Anfrage brauchen

Für eine erste Einschätzung genügt die Adresse. Damit lassen sich Koordinaten und Höhenprofil bestimmen und mit unseren Funkstandorten abgleichen.

Hilfreich sind zusätzlich:

  • Mögliche Montagepunkte — Giebel, Flachdach, bestehender Mast
  • Ein Foto vom Horizont in Richtung Zellingen, falls die Lage schwierig ist
  • Benötigte Bandbreite und ob symmetrisch erforderlich

Ob an einem konkreten Standort eine Verbindung möglich ist, sagen wir nach dieser Prüfung verbindlich zu oder ab — geraten wird dabei nicht.

Häufige Fragen

Wie finde ich heraus, ob mein Standort erreichbar ist?

Für eine erste Prüfung genügt die Adresse. Daraus werden Koordinaten und Höhenprofil ermittelt und gegen die vorhandenen Funkstandorte gerechnet. Bei schwierigen Lagen folgt eine Messung vor Ort.

Reicht es, wenn ich den Funkmast sehen kann?

Optische Sicht ist notwendig, aber nicht immer ausreichend. Der Funkstrahl benötigt zusätzlich seitlichen Freiraum, die sogenannte Fresnelzone. Bei längeren Strecken kann diese über zehn Meter breit sein.

Was, wenn keine direkte Sicht besteht?

Dann kommt ein Zwischenstandort in Frage, der die Strecke in zwei Abschnitte teilt. Ob das möglich und wirtschaftlich ist, hängt vom Einzelfall ab.

Weitere Themen

Nächster Schritt

Für eine Machbarkeitsprüfung genügt die Adresse des Standorts. Wir prüfen Sichtverbindung und Höhenprofil und melden zurück, ob und mit welcher Bandbreite eine Anbindung möglich ist.